Aktualisiert: März 24


Vereinbarkeit, Female Empowerment, Coaching

Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach. Besonders die großen, wichtigen Weichenstellungen im Leben wollen gut überlegt sein. So listen wir Pros und Contras auf, wägen Optionen ab und versuchen Präferenzen zu bilden. Trotz der erhofften Klarheit stellt sich allerdings häufig eine Schockstarre ein – keine Option scheint klar besser zu sein, der Entscheidung kommt man nicht näher.


Ein Beispiel für eine große, berufliche Entscheidung im Leben vieler Frauen ist die zwischen dem scheinbaren Gegensatz Kind und Karriere – dem einen zu Lasten des anderen den Vorrang einräumen? Oder umgekehrt? Überspitzt formuliert: Lieber die arbeitende Rabenmutter oder das allumsorgende Hausmütterchen sein? Beeinflusst werden unsere Entscheidungen, ob wir es wollen oder nicht von Glaubenssätzen, die wir verinnerlicht haben, weil wir mit Ihnen aufgewachsen sind; von Wertvorstellungen, in die wir hineinsozialisiert wurden; und von den gesellschaftlichen Diskursen, denen wir alltäglich begegnen.


Im Coaching gilt die Regel, dass man in Entscheidungssituationen immer mindestens drei Optionen als Entscheidungsgrundlage haben soll. Weg vom Schwarz-Weiß-Denken, hin zu mehr Vielfalt. Das erhöht den Handlungsspielraum, fördert die Kreativität und ermöglicht es Lösungen zu entwickeln, die uns besser entsprechen. Auch, und gerade, wenn wir uns zu Beginn kaum vorstellen können, dass es die dritte (und vierte oder fünfte) Option überhaupt geben könnte.


Eine Coaching-Methode, die auf diesem Weg vom Entweder-Oder zu einer breiteren Palette der Möglichkeiten hilft, ist das Tetralemma – eine Technik, die es ermöglicht neben den schon vorgefertigten Wahlmöglichkeiten komplett neue zu entwickeln. Um dann das ganze Spektrum der Wahl zu betrachten, zu bewerten und sich zu entscheiden: für eine der nun vorliegenden Möglichkeiten oder aus der Meta-Position des „ganz Anderen“ noch einmal komplett neu und out-of-the-box zu denken.


Wichtig finde ich bei allen Entscheidungen, sich soweit es geht von “man muss“ und “man kann nicht“ freizumachen und zu überlegen: Was will ich? Wie will ich leben? Was entspricht mir am besten? Was kann für mich und meine Familien funktionieren? Unabhängig davon, was andere erwarten, empfehlen und für machbar halten.


Dabei hilft es z.B. von einem optimalen Zielzustand her zu denken und so unbeeinflusst wie möglich die eigenen Prioritäten zu definieren. Das eigene System (Partner und Familie, Arbeitgeber, support system im Umfeld) dann mitzubedenken und zu klären, wer welche Ansprüche hat, aber auch wie andere unterstützen können, ist ein hilfreicher nächster Schritt. Denn oft ist, wenn man sich der eigenen Wünsche klar ist, mit Hilfe der anderen viel mehr möglich als ursprünglich gedacht. Und aus dem Kind oder Karriere kann ein Kind und Karriere werden.